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Heftnummer 186 bestellen
 
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 E  D  I  T  O  R  I  A  L  

 

 

Nur nichts über Trump schreiben, der Kerl hängt mir irgendwie zum Halse raus, in welchem mir mittlerweile das Lachen steckengeblieben ist. Die Welt hustet besorgniserregend. Die Türkei weist auf dem Höhepunkt ihres Konflikts mit den Niederlanden, welche Werbeauftritte türkischer Politiker auf ihrem Territorium verbietet, holländische Kühe aus – erst mal stellvertretend 40 Stück. Falls die Niederländer sie nicht zurücknähmen, würden sie geschlachtet und demokratisch unter das Volk verteilt. Die Kühe selber hat man zur Sache nicht befragt, auch nicht in der Vorzeigedemokratie Türkei. Sie hätten wohl «Muh, Muh» gemacht, was auf Türkisch «degil, degil» und auf Russisch «njet, njet» heisst. Apropos: Russlands Präsident, der wieder liebgewonnene Freund des türkischen Präsidenten, bastelt derzeit kräftig an seiner Wiederwahl in ziemlich genau einem Jahr, nachdem er in Amerika dafür gesorgt hat, dass dort der ihm Wohlgesonnenere an den Machtknüppeln rumhebeln darf (ich habe den Namen nicht genannt!). Sein Pluspunkt beim Volk für eine gelungene Wiederwahl: die Annexion der Krim vor ziemlich genau drei Jahren. Um die Kritiker im eigenen Land muss er sich nicht kümmern, die leiden offenbar alle früher oder später an Fallsucht, sprich sie fallen von selber tot um. Demokratie als hohes Gut im Erbe der Aufklärung wird zunehmend als Betrügertrick des Westens verfemt. Der Staat wird als Privatbesitz angesehen, wer opponiert, ist ein «Terrorist» und gehört weggeschafft. Dieser Begriff ist zur Allzweckwaffe verkommen und wird für alles und gegen jeden eingesetzt. In Nordkorea hat das lange Tradition, der gottähnliche Erbfolger und geliebte unfehlbare Führer zündet gerne ein um das andere Mal eine Rakete in Richtung Feindesland und lässt dazu seine Generäle hüpfend lachen oder lachend hüpfen; er hat in seiner Schulzeit in der Schweiz wohl zu viele 1.-August-Feuerwerke inklusive Sackhüpfen mitgemacht. Kritikresistent ist auch der von einem Bündel Vorwürfe über das nächste stolpernde französische Präsidentschaftskandidat Fillon. Er streitet grundsätzlich alles ab und lebt nach dem Motto «Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert».

So ungeniert also schaut’s aus auf der Welt. Zum grossen Ungenannten aus dem Wilden Westen, wo die Sonne untergeht, wollen wir nach wie vor nichts sagen, das tun andere. [S. 18 ff.] Phasen mit Uranus im Widder-Zeichen wie jetzt sind Blütezeiten für despotische Sich-selbst-Verherrlicher. [S. 22 ff.] Zu viel rücksichtsloses Feuer kann nun entflammen, mit welchem verbal oder auch anders um sich geschossen wird. Auch das Säbelrasseln ist seit einigen Monaten wieder ein beliebter Tanz: Man ist entrüstet über was auch immer und rüstet schon mal auf. Ein bisschen verrückt ist er schon, der Uranus. Etwas Ungezügeltes, Ungeniertes zeichnet ihn aus. Im Feuer dreht er auch gerne mal durch. Die Ich-Flamme flackert wild und erregt und frisst alles auf. Die Stellvertreter des Volkes, sprich ihre Anführer sind eben auch die Stellvertreter, sprich Fahnenträger der aktuellen Himmelskonstellationen. Das heisst, sie verkörpern auf der Weltbühne die Kollektivenergie der kosmischen Kräfte und unterliegen den Projektionen der Masse.

Nun aber genug der dunklen Betrachtungen. Lasst die Blumen erblühen auch in der Nacht! [Titelbild] Und am Tag: Sperrt die Fenster auf, lasst die Sonne rein! Sie steht im impulsiven Widder-Zeichen und nimmt hier den Uranus an die Hand. Die Sterne dieser Zeit können Flügel verleihen. [S.38 f.] Seht das erregte Spriessen, die stechende Zauberkraft, die erste Verwandlung. Schnuppert am Blütenkranz und beschwingt die Wiesen. Sehet doch, der Lenz ist da!

Armando Bertozzi
Redaktor

  


Armando Bertozzi, von 1976 bis 1981 Kurse in Astrologie, Alchemie und Kabbala; 1980 bis 1988 Redaktor und Mitherausgeber von «Essentia – Zeitschrift für evolutionäre Ideen»; seit 1989 Chefredaktor von ASTROLOGIE HEUTE (E-Mail: Armando Bertozzi)

 

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