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Trumps schwarze Woche und die Rückläufigkeit der Venus
von Claude Weiss

30. März 2017

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Fig. 1
Widder-Ingress
20. 3. 2017, 6:29 LT, 10:29 GT
Washington/DC, USA (38N53, 77W00)
Koch

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Fig. 2
Donald Trump
14. 6. 1946, 10:54 LT, 14:54 GT
Queens/NY, USA (40N43, 73W47)
Koch

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Fig. 3
Donald Trump: Progressionen für 20.3.2017
Radix: 14. 6. 1946, 10:54 LT, 14:54 GT
Queens/NY, USA (40N43, 73W47)
Koch

Die Woche, die am 20. März 2017 mit dem Widder-Ingress (in Fig. 1 für Washington aufgezeichnet) begann, dürfte dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump in schmerzhafter Erinnerung bleiben. Der Welt wurde demonstriert, auf welchem rutschigen Boden sich der US-Präsident bewegt und wie weit grossmundige Versprechungen und die Fähigkeit, Dinge umzusetzen, bei ihm auseinanderklaffen:

  • Am Montag, 20. März 2017, sagt FBI-Chef James Comey, vor dem US-Geheimdienstausschuss aus, es gebe keine Beweise für die Trump-Behauptung, dass Obama ihn abhören liess. Solches hatte Trump in einer Twitter-Botschaft vom 4. März behauptet und auch stetig wiederholt, unter anderem als er beim Besuch von Angela Merkel augenzwinkernd bemerkte, Merkel und er hätten mindestens eine Gemeinsamkeit, nämlich dass sie beide von Obama bespitzelt worden seien. Eine Abfuhr wird auch der Unterstellung von Trump-Sprecher Sean Spicer erteilt, wonach die Obama-Regierung den brititschen Geheimdienst GCHQ um Abhörhilfe gebeten haben soll, um Trump zu belauschen. NSA-Chef Mike Rogers, der bei der Anhörung mit grimmiger Miene neben Comey sitzt, bestätigt auf Rückfrage, dies alles sei „Unsinn und völlig lächerlich“. Fazit: Es gab kein Abhören und derartige Behauptungen sind somit als Lügen und bösartige Unterstellungen zu charakterisieren. Hingegen bestätigt der FBI-Chef, dass wegen möglicher Absprachen zwischen Trumps Team und Russland im Wahlkampf ermittelt wird, wobei es auch darum geht, ob Russland die Wahl beeinflusst hat. Trumps Reaktion darauf: Noch während der Anhörung twittert er, dass „NSA und FBI dem Kongress sagen, dass Russland den Wahlvorgang nicht beeinflusst hat“.
  • Am Donnerstag, 23. März 2017, ist für den US-Präsidenten der Moment gekommen, Obamas Gesundheitsreform, die er während seines Wahlkampfes unaufhörlich als „Desaster“ bezeichnet hat, zu kippen. Dies liegt ganz auf der Linie des Mannes, der – wie er vorgibt – nicht lange fackelt, sondern – im Gegensatz zur Politikerkaste, die „nur redet, ohne zu handeln“ – anpackt und Nägel mit Köpfen macht. Dementsprechend soll das bisherige Gesetz durch ein neues ersetzt werden, welches von republikanischen Politikern unter der Leitung Donald Trumps ausgearbeitet wurde. Die grosse Überraschung: es gelingt der republikanischen Führung nicht, genügend Ja-Stimmen für das Gesetz zu finden, sodass es vom Donnerstag auf den Freitag, 24. März, vertagt werden muss. Donald Trump hat sich bereits recht ins Zeug gelegt, um noch zögernde Republikaner zu überzeugen. Da dies wenig gefruchtet hat, greift er nun zum Mittel der Drohung. Er stellt seinen republikanischen Parteifreunden ein Ultimatum: Über das Gesetz wird auf jeden Fall am Freitag abgestimmt, und wenn es durchfällt, so gibt es keine Wiederholung. Die von praktisch allen Republikanern vehement abgelehnte Obamacare-Versicherung bleibt dann erhalten. Im Übrigen werde bei der nächsten Wahl Ende 2018 jeder bestraft, der gegen das Reformprojekt stimmt. Allerdings fürchten manche republikanische Mitglieder des Kongresses umgekehrt, dass bei Implementierung der republikanischen Variante der Gesundheitsreform viele Wählerinnen und Wähler Leistungen verlieren würden, in deren Genuss sie dank Obamacare erst vor kurzem gekommen waren. Wenn sich die Schätzung einer unabhängigen Stelle des Kongresses bewahrheitet, wonach wegen der neuen Gesundheitsreform 24 Millionen Amerikaner ihre Krankenkasse verlieren dürften, müssen die Kongressabgeordneten befürchten, dass sie vom Volk nicht wiedergewählt werden, wenn sie sich für die Reform stark machen. Unter solchen Umständen scheinen sie, vor die Wahl zwischen zwei Übeln gestellt, lieber Trumps Drohungen und Tadel in Kauf zu nehmen, als Gefahr zu laufen, die Wahl zu verlieren.

  • Am Freitag, 24. März, zeigt sich allerdings, dass weder Überzeugungsarbeit noch Drohungen des Präsidenten ausreichen, um eine genügende Zahl von Abgeordneten zusammenzubringen, die für die Vorlage stimmen. Die Wahl wird abgeblasen und die erste Vorlage, die Trump im Kongress einzubringen versuchte, ist zum Scheitern verurteilt. Nie um Worte verlegen, gibt der amerikanische Präsident die Schuld für die Situation den Demokraten: Diese hätten dadurch, dass sie bereit waren geschlossen gegen die Vorlage zu stimmen, diese zu Fall gebracht. Dies sei ihr Fiasko, denn man brauche nur zu warten, bis Obamacare förmlich explodiere. Wenige dürften sich allerdings am Argument verfangen haben. Es klingt nicht viel anders, als wenn man im Falle eines verlorenen Krieges dem Gegner die Schuld gibt, dass man verloren hat.
    Dazu meinen einige Kommentatoren, dass Trump ganz einfach ungeschickt vorgegangen sei. Wenn man umgekehrt zuerst Obamacare aufgekündigt hätte, wären manche Demokraten eher bereit gewesen, sich zugunsten einer neuen Auffangvorrichtung einzubringen und diese bei der Wahl durch ihre Stimme zu unterstützen.

 

Spiegel-Kommentar: Verkalkuliert wie ein Anfänger

Spiegel online vom 24. März 2017 resümiert die Gesundheitsreform-Pleite Trumps in einem Artikel, „Verkalkuliert wie ein Anfänger“, folgendermassen:

„Erstens wissen wir nun, dass Donald Trumps vermeintliches Verhandlungsgeschick ein grosses Märchen ist. Er hat sich verkalkuliert, wie das sonst nur Anfänger im Politikbetrieb tun. (…) Für jemanden, der im Wahlkampf versprach, das System in Washington ‚alleine in Ordnung bringen‘ zu können, muss dieses Rendezvous mit der Realität ziemlich unangenehm sein.

Zweitens wissen wir, dass seine Drohungen niemanden wirklich ins Schwitzen bringen, nicht einmal seine eigenen Leute. Mit seinen Einschüchterungsversuchen zerstörte Trump im Wahlkampf eine ganze Reihe von Wettbewerbern, im Regierungsalltag hat er auf diese Weise noch nicht einen wirklichen Erfolg erzielt. (…) Als die Sicherheitsdienste Details aus seinen Russland-Verbindungen durchsickern liessen, startete er einen Angriff auf ihre Glaubwürdigkeit – und wurde vom FBI-Chef öffentlich düpiert. Nun stellte Trump den Republikanern ein Ultimatum und die zuckten mit den Schultern. Peinlich, peinlich.

Drittens wissen wir, dass die Republikaner wirklich in jenem schlechten Zustand sind, den vor der Wahl so viele diagnostizierten. (...)

Viertens wissen wir, dass Trumps restliche Agenda jetzt auf der Kippe steht. Der Präsident hat angekündigt, nun die Gesundheitspolitik abzuhaken und sich anderen Projekten zuzuwenden. Nur welchen?“

 

Maureen Dowd in der New York Times: Donald, dies will ich dir sagen

Noch etwas direkter bringt die Kolumnistin der New York Times, Maureen Dowd die Situation in einem bissigen Kommentar vom 25. März, „Donald, This I Will Tell You“, auf den Punkt:

„Lieber Donald,
Wir kennen uns seit langer Zeit, sodass ich mich offen ausdrücken kann.
Du erinnerst dich sicher daran, wie du bei deinen Wahlkampfveranstaltungen betontest, du wollest nicht als Politiker betrachtet werden?
Keine Sorge. Niemand wird dich je mit einem Politiker verwechseln.
Nach dieser letzten Woche wird dich auch niemand mit einem Spitzen-Verhandler verwechseln.
Ich wurde hier geboren. Das erste Bild, welches in meiner Erinnerung auftaucht, ist das Kapitol, welches nachts hell erleuchtet erscheint und meine vorrangige Beobachtung zu Washington lautet folgendermassen: Wenn du nicht vorsichtig bist, wirst du sehr bald zu dem, was du selbst als Erstes mit Hohn überschüttet hast.
Und du, Donald, bist auf dem besten Weg, dir einen Ruf als Trottel einzuhandeln. Schlimmer: Ein Trottel, welcher sich zum Werkzeug des Washington-Establishments macht.
Deine ganze Kampagne fusste darauf, deine Gegner und die Washingtoner Elite lächerlich zu machen, indem du predigtest, wie die Amerikaner zu Verlierern geworden waren, wegen der schlechten Deals, der offenen Grenzen und des Obamacare-‚Desasters‘.
Du versprachst, in deinem vergoldeten Flugzeug einzufliegen und alles im Handumdrehen zu richten. (…)
Du versprachst, die besten Leute ins Weisse Haus zu rufen, die besten der Besten. „Best“ ist auch eines deiner Lieblingswörter.
Stattdessen hast du diese zusammengewürfelte provisorische Crew ins Weisse Haus gezerrt, die nichts Besseres zu tun hat, als sich zu befehden und Informationen zu leaken, dies alles in einer streitbaren, verschwörerischen und unterwürfig-kriecherischen Atmosphäre. (…)
So gelang es dir trotz all deiner Versprechen auch nicht, Obamacare durch „etwas Fantastisches“ („something terrific“) zu ersetzen, welches jedem eine Deckung verschafft. (…) Du warst so sehr mit dem „Sieg“ beschäftigt, dass du die „vergessenen“ Amerikaner vergassest, die alten, die armen Leute aus ländlichen Gegenden, welche durch die Vorlage getroffen worden wären. (…)
Dir lag eine glitzernde Vermarktung so sehr am Herzen, dass dir gar nicht auffiel, wie sehr die Vorlage aus Schrott bestand und so lahm war, dass sich sogar die Republikaner aus dem Staub machten.“

Dies sind die Worte von Maureen Dowd, eine Ikone der liberalen Presse, die dafür bekannt ist, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Als Astrologe fragt man sich bei solchen Reaktionen aber, welche katastrophalen Konstellationen der US-Präsident in der Woche vom 20. – 24. März haben musste, um in einem derartigen Ausmass Schiffbruch zu erleiden, dass ihm nur noch die ausgesprochen rechtslastigen Medien (z.B. Fox News) die Stange halten. Ein Blick auf Trumps Geburtshoroskop (Fig. 2) vermittelt erste Informationen.

 

Mond/Saturn des Widder-Ingresses auf Trumps Mond

So stellen wir fest, dass der Widder-Ingress, der am 20. März die Woche einleitete, in Konjunktion mit Chiron und im Quadrat zu einer Mond/Saturn-Konjunktion stattfand, die sich in der Nähe von Trumps Radix-Mond (an seinem absteigenden Mondknoten) ereignet. Mit dieser markanten, von Saturn und Chiron geprägten Spannungsfigur kündet sich eine Phase an, die mit dem Richtungswechsel des Saturn am 6. April auf knapp 28 Grad Schütze eine schwierige Periode für Trump einläutet, denn von diesem Moment an läuft dieser Karma-Planet auf Trumps Mond am absteigenden Mondknoten zurück, um dort am 25. August 2017 auf 21.11 Grad eine minutengenaue Konjunktion mit Trumps Mond zu bilden, derweil am 21. August eine Sonnenfinsternis auf Trumps Mars und Aszendent stattfindet (gradgenau im Mittelwert zwischen Mars und Aszendent).

Interessant ist dabei auch, wie sehr Trump nicht nur mit dem Transit-Mond auf dem Radix-Mond, sondern auch mit der Transit-Lilith auf deren Radix-Stellung – alles im Schützezeichen – in der Woche vom 20. März mit weiblichen Energien konfrontiert wurde, die Trump mit seinem Wahlversprechen gegenüber dem Volk (Mond) in Kontakt bringen und in Verbindung mit Saturn die Kausalität früherer Versäumnisse zu Tage fördern. Dabei ist auch von Interesse, dass das Thema mit Venus Konjunktion Saturn im Krebszeichen bereits in Trumps Radix-Horoskop angelegt ist, worauf wir in diesem Artikel noch zurückkommen werden.

Aufschlussreich ist dabei auch die Tatsache, dass zum Zeitpunkt des Widder-Ingresses die seit dem 4. März rückläufige Venus ein Quadrat zu Trumps Merkur in Krebs und eine Opposition zu dessen Neptun macht, der dazu im Quadrat steht, womit das Thema der Lüge, der alternativen Fakten und der „Fake News“ (Merkur/Neptun) angesprochen ist, ein Begriff für Dinge, die Trump, in bewährter Autokraten-Manier, jeweils der Gegenseite unterstellt. So sind die Journalisten, die Unstimmigkeiten bei ihm oder zweifelhafte Kontakte seines Teams mit russischen Behörden thematisieren nach seinem Dafürhalten bekanntlich „Fake News“-Erzeuger und „Feinde des Volkes“. Dies geschieht in bewährter Umkehrung der Fakten, eine Praxis, der sich autokratische Regimes seit jeher bedienen.

 

Auch Progressionen und Alterspunkt bestätigen Mond/Saturn-Thema

Dabei sind folgende weitere Fakten im Zusammenhang mit Trumps astrologischen Konstellationen von Interesse:

Nicht nur das Widder-Ingress-Horoskop vom 20. März 2017 zeigt eine Saturn/Mond-Konjunktion, sondern auch das in Fig. 3 abgebildete progressive Horoskop Trumps. Durch Konjunktion mit dem MC erlangt in den Progressionen die Mond/Saturn-Konjunktion – die in der Nähe der Venus/Saturn-Radixkonjunktion steht – eine besondere Prominenz. Dabei lässt sich folgender Ablauf erkennen: Im Monat der Wahlen (Ende November 2016) stand der progressive Mond auf Trumps Radix-Saturn auf knapp 24 Grad Krebs. Zum Zeitpunkt der Amtseinsetzung befand er sich auf der Radix-Venus auf knapp 26 Grad Krebs, um danach bis zum 20. März auf 28 Grad des Krebszeichens fortzuschreiten, Anfang Mai dann ins Löwezeichen zu treten und dort Ende Juli 2017 eine Konjunktion mit dem progressiven Saturn einzugehen. Damit ist, wie bereits mit dem Saturn-Transit (August) für die Sommermonate Juli/August eine Konzentration von Mond/Saturn-Themen angezeigt, die durch eine Mars-Auslösung ergänzt werden.

Der Hubersche Alterspunkt (AP), der 6 Jahre braucht, um ein Koch’sches Haus (im Gegenuhrzeigersinn) zu durchschreiten und mit 72 Jahren wieder am Aszendenten zu stehen, von wo er startete, stellt eine ebenfalls bewährte Methodik dar, wenn es darum geht zu ermitteln, welche Planetenenergien bei jemandem zu einem bestimmten Zeitpunkt des Lebens am Werk sind. Auch dessen Verlauf bestätigt im Falle Trumps, dass ab Februar 2017 eine Saturn-Thematik am Werk ist, indem der AP dessen Saturn/Venus-Konjunktion aktiviert, um danach im Banne des Mars zu stehen. Der Ablauf überzeugt: Ende Juli 2016, als Trump von der republikanischen Partei als Präsidentschaftskandidat aufgestellt wurde, stand der Alterspunkt bei ihm im Trigon zum Mond. Mitte Dezember 2016, einen guten Monat nach der Wahl und einen Monat vor der Inauguration, bildete er ein Sextil zur Sonne. Als sich im Februar vieles eintrübte, stand er dann im Halbsextil zum Saturn und das Halbsextil zur Venus steht im Juli (21. 7.) bevor. Damit ist die Periode zwischen Februar–Juli bei Trump alterspunktmässig durch eine Beschäftigung mit der Venus/Saturn-Konjunktion charakterisier, die im Krebszeichen und im 11. Haus steht. Schliesslich erreicht dann der Alterspunkt am 10. Oktober 2017 die Konjunktion mit dem Mars.

Die einzelnen Alterspunktauslösungen können im Zeitorb von ca. +/- 3 Monaten wirksam sein, wobei sie sich um den exakten Aspekt in ihrer Ausprägung verdichten. Dabei sind aber auch die Aspektfiguren zu betrachten und die Aktivierung der Saturn/Venus-Konjunktion zwischen Februar und Juli 2017 bedeutet, dass während der ganzen Zeit die Selbstwertproblematik (Venus/Saturn) und die Thematik bestehender oder fehlender Anerkennung beim Volk (Krebs) das Feld beherrschen. Damit wird, nach einer wahrscheinlich etwas unangenehmen Zeit, aller Wahrscheinlichkeit nach das Bedürfnis zu handeln (Alterspunkt und Sonnenfinsternis Konjunktion Mars) ausgelöst.

 

Mond/Saturn-Themen, 4. Haus und Krebsbesetzung in Trumps Radix

Im Geburtshoroskop Donald Trumps steht der Mond in Schütze, im Sextil zum Jupiter, in Opposition zum Uranus und, in Anbetracht einer Geburt zur Zeit einer Mondfinsternis, in Opposition zur Sonne  und am absteigenden Mondknoten. Zusätzlich befindet er sich, zusammen mit der Lilith, im eingeschlossenen Zeichen im 4. Haus. Durch den Transit-Saturn auf dem Radix-Mond, dem bis Ende Jahr währenden Transit des Saturn durch das 4. Haus, der Konjunktion der transitierenden Lilith mit ihrer Radix-Stellung und bis Oktober im 4. Haus, kann man erwarten, dass gegenwärtig verschiedene Kindheitssituationen und damit zusammenhängende Lebensentscheidungen Trumps – für den gewieften Beobachter sichtbar – ins Rampenlicht gezerrt werden.

Dabei müssen zum Verständnis, zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, wohl einige Entsprechungen ausgewechselt werden: Wurde der Mond als Kind über die Mutter und ein Gefühl von erlebter oder mangelnder Geborgenheit erfahren, haben die entsprechenden Symbole heute wahrscheinlich eher mit emotionalen Schwankungen, Ehefrau sowie weiblicher Präsenz bzw. Abwesenheit und dem Volk zu tun. Beim vorliegenden, überaus aktiven Persönlichkeitstypus ist es auch denkbar, dass Gefühle nicht bewusst wahrgenommen werden, sondern gleich zu Handlungen führen und der Codeschlüssel dafür, welche Handlungen welchen Emotionen entsprechen, durch Vergleiche mit früheren Situationen erst erarbeitet werden muss.

Während Aktivierungen des Mondes und des 4. Hauses im Zusammenhang mit gefühlsbedingten Reaktionen im vorliegenden Fall zweifellos von grosser Bedeutung sind, sollte sich die Analyse der Gefühlsthemen bei Trump nicht darauf beschränken. Ebenso wichtig ist das Krebszeichen, welches im 11. Haus steht und in das Merkur und eine Venus/Saturn-Konjunktion fallen. Dabei drängt sich gleich zu Beginn eine wichtige Entsprechung auf: Steht der Radix-Mond aufgrund seiner Opposition zum Uranus unter starker Signatur dieses Planeten des Unvorhergesehen, der Individualität und Eigenwilligkeit sowie der plötzlichen Abbrüche und Neuanfänge, so gilt dies auch für die Stellungen im Krebszeichen und im 11. Haus, ein Bereich über den Uranus symbolisch herrscht. Wir können uns somit vorstellen, dass Situationen, die zu schwierigen und vielleicht unangenehmen Gefühlen führen, blitzschnell zu eigenwilligen Handlungen Anlass geben.

Dabei gibt es im vom Mondzeichen Krebs geprägten 11. Haus mit Venus/Saturn eine interessante, nicht ganz einfache Konstellation, die, wie es scheint, zu lebensprägenden Entscheidungen führte. Das hat mit der Elementenverteilung zu tun, welche zeigt, dass Trump besonders viele Planeten in Luftzeichen hat, die durch eine beinahe ebenso bedeutsame Konstellation in Feuerzeichen ergänzt wird. Zu dieser sehr beweglichen, leicht entflammbaren, aber auch recht volatilen Kombination gesellt sich eine Ballung von immerhin drei Planeten in Wasserzeichen – allesamt im Krebszeichen konzentriert – mit Erdqualitäten, die in Trumps Horoskop nicht besetzt sind. In solchen Fällen schaut man auf die Stellung des Saturn, dem langsamsten der Planeten, die über Erdzeichen herrschen, um festzustellen, dass dieser in Konjunktion mit der Venus im Krebszeichen und im 11. Haus steht, während das Zeichen Steinbock, über das Saturn herrscht, das 5. Haus prägt.

Daraus lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen: Die Selbstwertproblematik und die Angst vor Wertverlust (oder Armut), die Venus/Saturn zum Ausdruck bringt, wird durch Chiron im 2. Haus und im Zeichen Waage bestätigt und dürfte zur frühen Entscheidung geführt haben, dass es sehr wichtig ist, sich eine stabile Position innerhalb der Familie (Krebs) durch originelle Leistungen (11. Haus) und eine schwungvolle Haltung (Jupiter, Herrscher über den Mond, als Gegenpol zum Chiron, ebenfalls im 2. Haus) zu erarbeiten. Mit einer starken Uranus-Betonung (Hauptaspekt zu den beiden Lichtern) haben die Ressourcen, die einem zur Verfügung stehen, viel zu tun mit einem raschen Erfassen der Lage und blitzschnellem Handeln (schneller sein als die anderen). Wird der Kampf innerhalb der Familie ausgetragen, so ist mit Merkur im Krebszeichen (Quadrat Neptun im 2. Haus) und der Venus, die in Konjunktion mit Saturn mit einer Selbstwertproblematik zu tun hat und über das 3. Haus herrscht, anzunehmen, dass beim Aufbau des eigenen Selbstwertes einem Geschwister eine wichtige Rolle zukam. Dabei kann eine markante Geschwisterrivalität im Vordergrund gestanden sein. In der Biografie Donald Trumps finden wir tatsächlich klare Hinweise, die in diese Richtung weisen.

 

Selbstwertprobleme, kompensatorische Selbstüberschätzung und Drang, der Erste zu sein

Während Donald Trump zu seiner Mutter ein sehr gutes Verhältnis hatte, war jenes zu seinem Vater angespannt. Einer detaillierten Biografie, die in der Zeitschrift „The Atlantic“ im Juni 2016 erschien, kann man entnehmen, dass Trumps Vater Fred, der Bauunternehmer war, seine Söhne dazu anspornte, harte Wettbewerber zu sein. So lobte er Donalds Härte und ermunterte ihn, ein „Killer“ zu sein. Dabei gab es im Leben Donalds einen entscheidenden Punkt, als sein Vater zum Schluss kam, dass der 13-Jährige sich zu ungehobelt und eigenwillig entwickelte. Direkter Auslöser dafür war Donalds Ausflug nach Manhattan, zusammen mit einem Freund, um Klappmesser zu kaufen. Es spielte dabei aber auch eine Rolle, dass es, als Donald 10 Jahr alt war, von der Schule eine Reklamation gab, weil er einem Musiklehrer einen Schlag ins Gesicht versetzt hatte. Auch widersprach er den Lehrern konstant und zeigte sich als weitgehend „erziehungsresistent“. Diese Merkmale waren notabene vom Anspruch begleitet, immer die Nummer eins zu sein. So berichtet ein Schulkollege, dass Donald prahlte, „eines Tages werde ich berühmt sein“. Der Kollege soll ihn darin bestärkt haben, „dass er sicher einmal Präsident wird“.

Von solchen Ehren war Donald jedoch noch weit entfernt und sein Weg verlief zunächst steinig. So steckte ihn sein Vater im Alter von 13 Jahren in die „New York Military Academy“, eine von Kriegsveteranen geführte Schule, die als „a tough, tough place“ galt. Wie ein Schulkollege berichtet, wurde Donald mit der Versetzung in die Kadettenanstalt, in der eiserne Disziplin und drastische körperliche Strafen galten, von einem Tag auf den anderen der Boden unter den Füssen weggezogen. Aus seinem komfortablem Zuhause, wo er sich als kleiner König fühlen konnte, herausgerissen, musste er sich in einer feindlichen Umgebung bewähren. Später berichtete er aber, wie gut ihm das getan habe, denn er lernte – ganz im Sinne seines Vaters – den Wert einer konsequenten Arbeitsethik und einer strengen Disziplin. Das Credo, dass „die Welt ein gefährlicher Ort ist“ und man verdammt hart sein muss, um zu überleben, teilte er von diesem Moment an mit seinem Vater. Diese Sicht der Dinge kommt in einem Interview des Jahres 1981 mit dem People-Magazin folgendermassen zum Ausdruck: „Der Mensch ist das bösartigste aller Tiere und das Leben besteht aus einer Reihe von Kämpfen, die in Sieg oder Niederlage enden“. Er betont auch, dass nicht so sehr das Geld für ihn ausschlaggebend war. Wichtiger war, an die Spitze zu gelangen („Coming out on top“) und der Erste zu sein. Zu diesem Kriegernarrativ gehören Belohnungen in Form von materiellen Gütern und die Eroberung schöner Frauen.

 

Frühe Positionskämpfe finden in der Familie statt

Man kann dabei davon ausgehen, dass der erste Kampf innerhalb der Familie stattfand, indem sich Donald gegen seinen älteren Bruder, Fred junior, durchsetzte, der ursprünglich dazu vorgesehen war, das Geschäft des Vaters zu übernehmen, dafür aber zu schwach war. Donald beschreibt ihn als jemand, der nicht wie er ein „Killer“ war, sondern ein „liebenswerter Verlierer“ („loveable looser“). So muss sich auch Fred jr. erlebt haben, denn er entzog sich den Erwartungen seines Vaters dadurch, dass er Pilot wurde, aber bereits 1981 mit 43 Jahren an übermässigem Alkoholkonsum starb. Trump meint, dass er seinen Bruder sehr mochte, ihn sein Scheitern sehr schmerzte und er deswegen auch heute noch keinen Alkohol trinkt.

 

Das Thema der Geschwisterrivalität

In dieser Familiengeschichte erkennen wir mehrere Themen, die eng miteinander verknüpft sind. Zunächst versuchte Donald, sich als übermütiger Besserwisser und Pascha durchzusetzen. So heisst es, dass er bereits als Kind nie einen Fehler zugeben konnte. Als seinem Vater klar wurde, dass es ihm an Disziplin mangelt, um im Leben erfolgreich zu sein, verpasste dieser ihm jedoch jenes harte Training, das ihn zum Überlebenskämpfer machte. Damit stach er seinen Bruder aus und übernahm im Familiengefüge die Führung.

Astrologisch hat der Bruder in Trumps Horoskop einerseits mit Merkur zu tun, der im Quadrat zum Neptun steht, andererseits mit dem 3. Haus, dessen Spitze im Waagezeichen und sich somit unter der Herrschaft der Venus befindet. Letztere Entsprechung weist auf die interessante Verbindung, die man bei Trump zwischen Selbstwertproblematik (Venus Konjunktion Saturn) und geschwisterlicher Rivalität beobachten kann. Während mit Merkur Quadrat Neptun der Bruder sich als Alkoholiker dem Lebenskampf entzog, bedeutet eine andere Entsprechung des gleichen Aspektes, dass man im Gespräch durch Erraten der Wünsche des Gegenübers und entsprechendes scheinbares darauf Eingehen, unter Umständen indem man dem anderen etwas vormacht und Geschichten erzählt (Vertreter-Aspekt), seine Ziele erreicht und einen lädierten Selbstwert kompensiert. Dies kommt darüber zum Ausdruck, dass man, auch wenn man äusserlich seine Ziele erreicht, weiter ständig damit angeben muss, warum man selbst besser ist als Konkurrenten, mit denen man geschwisterliche Konkurrenz erlebt. Ein Beispiel dafür ist, wie Trump als Präsident bei der Inauguration darauf bestand, die grösseren Zuschauer- und Fanzahlen zu haben, als sein Vorgänger Barack Obama, wozu er auch bereit war, zu sogenannten „alternativen Fakten“ (Lügen) zu greifen – ein zwanghaftes Verhalten, welches bei fehlender Erdbesetzung auch dann beibehalten wird, wenn es sich auf den eigenen Ruf schädlich auswirkt.

Wie präsent diese Mechanismen bei Donald Trump nach wie vor sind und auch in der gegenwärtigen Situation als er das höchste der anzustrebenden Ziele erreicht hat, nämlich US-Präsident zu werden überspitzt zum Ausdruck kommen, zeigt das, was bei Trump an jenem Tag passierte, als die Venus am 4. März rückläufig wurde.

 

Die rückläufige Venus als Test für die Stabilität des Selbstwertgefühls

Vorauszuschicken ist, dass die Rückläufigkeitsphase der Venus, die sich rund alle 1,6 Jahre ereignet und am 4. März 2017 auf 13 Grad Widder stattfand, verhängnisvollerweise in Opposition zu Donald Trumps Chiron im 2. Haus (15 Grad) passierte und dem anschliessend ein Quadrat zum Merkur (9 Grad) folgte, bis die Venus kurz danach in Opposition zum Neptun (6 Grad) zu stehen kam. Interessant ist dabei, dass der Lauf der rückläufigen Venus im Quadrat zum Merkur und in Opposition zum Neptun am 25. März abgeschlossen war, als die weiter oben beschriebene, für Donald Trump verhängnisvolle Woche, zu Ende ging.

Was bringen aber die rückläufigen Venus-Phasen bei einzelnen Menschen und im kollektiven Bereich zum Ausdruck? Beobachtungen zeigen, dass rückläufige Venus-Phasen Testperioden für Beziehungen darstellen. Dies hat aber ganz direkt damit zu tun, dass die Menschen in dieser Zeit mit der Frage konfrontiert werden, wie stabil ihr Selbstwert verankert ist. Ruht dieser auf einem schwachen Fundament, kann es passieren, dass man sich in einer Beziehung die Bestätigung holt, nicht liebenswert zu sein und von den anderen abgelehnt zu werden, womit sich alte Befürchtungen bestätigen. Positive Entsprechungen können andererseits dann erfahren werden, wenn man aus einer ursprünglichen Selbstwertproblematik heraus etwas aufgebaut hat, was man als wertvoll erlebt. Es kann sich dabei um materielle, seelische oder geistige Dinge handeln. Materiell könnte die Entsprechung darin ihren Niederschlag finden, dass man Substanz aufgebaut hat, die einem hilft, sich als wertvoll auszuweisen. Allerdings ist damit noch nicht gewährleistet, dass man den Prozess auch psychologisch nachvollzogen hat, beispielsweise wenn man Reichtum angehäuft hat, sich aber nach wie vor wie ein kleines Kind vor Abweisung und Liebesentzug fürchtet. Eine eher geistige Entsprechung kann darin beruhen, dass man als Künstler oder Künstlerin verfeinerte Ausdrucksformen für venusische Prinzipien der Schönheit und Harmonie gefunden oder zu Fragen von Gewinn und Verlust sich eine abgeklärte Haltung erarbeitet hat.

 

Venus-Rückläufigkeit und Börse

Da die Venus auch mit Geld, Währungen und Zinsen zu tun hat, erstaunt es nicht, dass zu Zeiten der rückläufigen Venus häufig Umschwünge bei den Wertpapieren stattfinden. So erlebten wir vor 8 Jahren, als die Venus ebenfalls Anfang März auf ähnlichen Gradzahlen rückläufig wurde, dass der Tiefpunkt der Aktienbörsen erreicht wurde (am 6. März 2009) und es danach bis heute (evtl. auch lediglich bis März 2017, dies wissen wir noch nicht so genau) mit den Kursen nur noch in eine Richtung ging, nämlich nach oben. Vor 16 Jahren war im März 2001 die gleiche Phase der rückläufigen Venus Gelegenheit, zu realisieren, dass der Aktienmarkt bald crashen wird. Der Tiefpunkt an der US-Börse wurde 1 ½ Jahre später und in Europa 2 Jahre später erreicht.

In der Februar/März-Nummer von Astrologie Heute wurde dementsprechend erwartet, dass die US-Börse im März einen Höhepunkt erreichen könnte, bevor sie danach zurückgeht. Grund war in unseren Augen die Möglichkeit, dass die anfänglich vorhandene Begeisterung für Donald Trump an der Börse nachlässt.

Tatsächlich häufen sich bei Trump, wie dieser Artikel zeigt, in der letzten Zeit die Pannen. Einige sind offensichtlich und andere haben das Potenzial, sich mit Verzögerung zu manifestieren. Dazu gehört der eigenartige Tweet, den Donald Trump am frühen Morgen des 4. März aussandte. Wie von der Tarantel gestochen wirft er plötzlich seinem Vorgänger Barack Obama vor, er habe ihn im Trump-Tower in New York ausspionieren lassen. Den Fall vergleicht er mit dem berüchtigten Watergate-Skandal von Richard Nixon. Über Obama schreibt er: „Was für ein übler (oder kranker) Typ.“ Für seine Behauptung bringt er keinerlei Belege vor und diese wird, wie am Anfang dieses Artikels berichtet, vom FBI- und NSA-Chef bei der Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss später in Bausch und Bogen verworfen.

Dass Trump fähig ist, Geschichten zu erfinden, wenn sie ihm dienlich sind, ist bekannt. So vertrat er bis zum letzten Jahr, entgegen allen Evidenzen, den Standpunkt, Obama sei nicht in den USA geboren und somit usurpatorisch an der Macht. Warum Trump die Behauptung einer Aushorchung durch Obama am 4. März in die Welt setzt, dürfte jedoch damit zu tun haben, dass die rückläufige Venus alte, negative Selbstwertgefühle wiedererweckte, was über die Anschwärzung jenen Mannes, den er im Kampf um die Publikumsgunst als Konkurrenten erlebt, momentan ein Gefühl von Befreiung vermittelt. Dieses scheinbar irrationale Verhalten, welches auf einer frühen Geschwisterrivalität fusst, könnte dabei – zusammen mit den Anhörungen vor dem Geheimdienstausschuss – tatsächlich dazu beigetragen haben, die Anleger zu verunsichern, was ein klassisches Beispiel dafür abgäbe, wie eine irrationale Reaktion des US-Präsidenten auf ein Selbstwertproblem eine Börsenbewegung infrage stellt, die wiederum damit zu tun hatte, dass dem US-Präsidenten zugemutet wurde, der Börse einen neuen Aufschwung zu vermitteln.


 
Claude Weiss, beschäftigt sich seit bald 50 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB); gefragter Referent an internationalen Kongressen. Bücher: «Warum wir uns inkarnieren - Das Geheimnis des karmischen Neumondes», «Horoskopanalyse» Band 1 und Band 2 (Band 2 ist in einer überarbeiteten und stark erweiterten Neuauflage erhältlich), «Karmische Horoskopanalyse», Band 1 und Band 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010-2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail an Claude Weiss

 

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