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Die doppelte Sonnenfinsternis von Juli/August 2018
von Claude Weiss

10. Juli 2018

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Fig. 1
Sonnenfinsternis Juli 2018
13. 7. 2018, 02.48 GT
Ohne Häuser

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Fig. 2
Muttereklipse der Saros-Serie 02 N alt
24. 6. 792 (jul.), 6:03 GT
Ohne Häuser

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Fig. 3
Sonnenfinsternis Juli 2018 für Berlin
13. 7. 2018, 4:48 LT, 2:48 GT
Berlin, D (52N30, 13E24)
Koch

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Fig. 4
Astro*Carto*Graphy
Sonnenfinsternis Juli 2018

13. 7. 2018, 2.48 GT


In diesem Sommer erleben wir ausnahmsweise zwei, einander im Abstand von knapp einem Monat folgenden, Sonnenfinsternisse. Etwas Ähnliches fand in der kürzlichen Vergangenheit 2011 und 2000 statt. In solchen Fällen haben wir es stets mit partiellen Sonnenfinsternissen zu tun, die sich am Rande des zugelassenen Abstands von der Mondknotenachse von bis zu 18 ½ Grad ereignen. So liegt die besondere Situation vor, dass der Sonnenfinsternis vom 13. Juli im Krebszeichen am 11. August eine weitere im Löwezeichen folgt. In diesem Artikel beschränken wir uns auf die unmittelbar bevorstehende Sonnenfinsternis vom 13. Juli.

Die Sonnenfinsternis vom 13. Juli 2018

Zu den markanten Konstellationen dieser Finsternis (in Fig. 1 ohne Häuser abgebildet) gehört die gradgenaue Opposition des Neumondes zum Pluto. Eine solche Konstellation verspricht tiefgreifende Veränderungen im Horoskopbereich, der durch die Finsternis aktiviert wird. Etwas Altes muss zu Ende gehen, bevor etwas Neues entstehen kann. Dies fordert zum Loslassen auf, und wenn man dazu nicht bereit ist, so wird man häufig dazu gezwungen. Das kann so weit gehen, dass im Bereich der Ziele und der Verankerung tiefgreifende Veränderungen stattfinden, die uns mit unseren Schatten konfrontieren. Sind wir flexibel genug, geht daraus eine Neuorientierung und in vielen Fällen ein neuer Lebensentwurf hervor. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die wenigsten freiwillig loslassen und deshalb im betreffenden Bereich schwierige und zermürbende Machtkämpfe stattfinden.

Ein weiteres wichtiges Motiv dieser Sonnenfinsternis ist der Aspekt, der durch den rückläufigen Mars am absteigenden Mondknoten im Quadrat zum Uranus gebildet wird. Man kann bei dieser Figur sogar einen Schritt weitergehen und von einem Spannungsquadrat zwischen Merkur am aufsteigenden Mondknoten in Löwe, rückläufigem Mars am absteigenden in Wassermann, Uranus in Stier und Jupiter in Skorpion sprechen. Auch in dieser Konstellation ist das Thema von Machtkämpfen und Loslassen überholter und zwanghaft zum Ausdruck kommender Motivationen durch den rückläufigen Mars und dessen Stellung am absteigenden Mondknoten angezeigt. Alte Kämpfe, die wir nicht zufriedenstellend ausgetragen haben, drängen sich wieder auf, und wir müssen einige Schwächen zugeben, die wir lieber für uns behalten würden. In diesem Prozess können auch Grundmotivationen ins Spiel kommen, indem wir vielleicht auch lernen müssen, eine neue Einstellung zum Thema von Sieg oder Niederlage zu entwickeln. Sind wir dazu bereit, helfen uns Uranus und Jupiter, eine neue Einstellung zu entwickeln.

«Verharren im Alten und Rückgriff auf alte Rezepte» funktioniert in dieser Zeit nicht mehr. Das grosse Dreieck zwischen Venus in Jungfrau, Saturn in Steinbock und Uranus in Stier zeigt dabei auch, dass wir von den vorliegenden Realitäten ausgehen müssen und neue Erkenntnisse, die sich ergeben, in ein Wertsystem einzubauen haben, das uns, wenn wir dies tun, für die Zukunft zur Stütze wird.

Beispiele für die Finsternis im individuellen Horoskop: Bei Angela Merkel findet die Sonnenfinsternis vom 13. Juli, die sich auf 21 Grad Krebs, Opposition Pluto auf 20 Grad Steinbock, ereignet, im achten Haus auf ihrer Sonne/Uranus-Konjunktion (24.34 und 23.26 Grad Krebs) statt. Bei Donald Trump ereignet sie sich auf seiner Saturn/Venus Konjunktion (23.49 und 25.44 Grad Krebs).

Wie wir bereits seit über 20 Jahren anregen, ist es bei Finsternissen empfehlenswert, nicht nur die stattfindende Sonnenfinsternis als solche zu betrachten, sondern diese auch in Beziehung zu setzen zur Eklipsenfamilie (Saros-Serie), zu welcher sie gehört. Eklipsen der gleichen Saros-Serie finden jeweils im Abstand von 18 Jahren und 10–11 Tagen statt. Dies verbindet die gegenwärtige Sonnenfinsternis mit jener vom 1. Juli 2000, vom 21. Juni 1982, vom 10. Juni 1964 und vom 30. Mai 1946. Interessant ist dabei, dass der vorgeburtliche Neumond von Donald Trump mit der Sonnenfinsternis vom 30. Mai 1946 und jener des britischen Aussenministers Boris Johnson mit der Sonnenfinsternis vom 10. Juni 1964 identisch ist. Darüber, welche Ereignisse die damaligen Perioden prägten und welche Entsprechungen sich daraus für die neuen Finsternisse vom Sommer 2018 ergeben dürften, informiert Sie der Artikel „Die doppelte Sonnenfinsternis von Juli/August 2018“, der in Nr. 194 (August/September 2018) von Astrologie Heute erscheint.

Zur Saros-Serie 2 Nord (alt), welche die gegenwärtige Eklipsenfamilie kennzeichnet, lässt sich folgendes sagen:

 

Die Saros-Serie 2 Nord (alt)

Diese Saros-Serie geht auf die Muttereklipse vom 24. Juni 792 (Julianischer Kalender) zurück (Fig. 2). Wie bereits in früheren Artikeln beschrieben, halten wir uns für die Deutung der Muttereklipsen vorteilhafterweise an die exakten Aspekte und an die Halbsummen. Eine solche Analyse führt uns zu der Wichtigkeit der folgenden Aspekte:

Jupiter Sextil Saturn

Jupiter = Sonne, Mond = Mars/Uranus

Uranus = Mars/Pluto

Merkur = Venus/Saturn = Chiron/Neptun

(Jenen, die mit dieser Darstellungsweise nicht vertraut sind, gelten die folgenden Hinweise: «Jupiter = Sonne, Mond» bedeutet, dass zwischen Jupiter und Neumond ein starker Aspekt in Form einer Konjunktion, einer Opposition oder eines Quadrates existiert; «Sonne, Mond = Mars/Uranus» signalisiert, dass der Neumond in der Halbsumme von Mars und Uranus liegt, womit auch angezeigt ist, dass das Horoskop massgeblich durch diese beiden Planeten geprägt wird.)

Für die Deutung dieser Themen möchte ich das wiederholen, was ich dazu bereits im Sommer 2000 in Astrologie Heute Nr. 86, S. 8, schrieb: «Es besteht eine Tendenz, vorwärts zu drängen, ohne immer die Risiken zu bedenken (Sonne, Mond = Jupiter = Mars/Uranus = Chiron). Dies kann zu plötzlichen Veränderungen und Verletzungen führen, die mit Beziehungen in Zusammenhang stehen (Merkur = Venus/Saturn = Chiron/Neptun). So kann bei der Aktivierung von Geburtsstellungen ein Bedürfnis nach Befreiung oder ein passives Erdulden der Befreiung anderer zu einem Nachdenken über Trennungen oder eine Beendigung von Verbindungen führen.»

Vergleicht man die Konstellationen der Sonnenfinsternis vom 13. Juli mit jenen der Muttereklipse, stellt man fest, dass in beiden Fällen die Verbindungen zwischen Mars und Uranus sehr markant daherkommen. Auch spielt in beiden Fällen Pluto eine wichtige Rolle: in der Sonnenfinsternis vom Juli über die Opposition zum Neumond und in der Muttereklipse über die Tatsache, dass Uranus in der Halbsumme zwischen Mars und Pluto liegt und damals wie heute im letzten Drittel des Steinbockzeichens steht. So wird das Potenzial der Muttereklipse für tiefgreifende Veränderungen durch die Sonnenfinsternis vom 13. Juli aktiviert. In beiden Fällen steht dabei der Chiron Anfang des Widder-Zeichens – eine Stellung, die ihn in der Muttereklipse mit Neumond und Jupiter (Quadrat) und in der Sonnenfinsternis vom Juli mit Saturn (Quadrat) und Uranus (exaktes Halbsextil) verbindet.

 

Deutungsregeln und -beispiele

Im Weltgeschehen sind davon vor allem jene Gegenden und Orte betroffen, wo wichtige Eklipsenstellungen an Hauptachsen zu liegen kommen. Im vorliegenden Fall gilt dies ganz besonders für die Neumond/Pluto-Opposition, die Mondknoten/Mars-Opposition sowie die Stellung des Uranus an einer Hauptachse.

Zusätzlich ist es natürlich von Bedeutung, ob wichtige Stellungen der Finsternis markante Planeten oder Achsen des Geburtshoroskops oder des Landeshoroskops aktivieren. In diesen Fällen schaut man nach, ob der Neumond wichtige Konjunktionen oder Oppositionen zu Radixstellungen bildet (Orb 4–5 Grad) oder dies für Quadrate gilt (Orb 2–3 Grad). Auch wenn dies nicht der Fall ist, lassen sich Aufschlüsse aus dem Haus herleiten, in das der Neumond der Finsternis fällt. In Fig. 3 ist das Horoskop der Sonnenfinsternis für Berlin aufgezeichnet. Mit dem Neumond am Aszendenten und dem Pluto am Deszendenten und im Weiteren dem Neptun am MC sehen wir gleich, dass in dieser Gegend der Welt aufwühlende Prozesse und Machtkonflikte stattfinden, die das Potenzial haben, zu einer neuen Ordnung zu führen. Dabei ist mit Neptun am MC vieles unklar, und es läuft manches hinter den Kulissen ab. Die Machtkämpfe, die mit Pluto am Deszendenten und Lilith im siebten Haus angezeigt sind, werden durch den rückläufigen Mars im achten Haus intensiviert, wobei es mit dem Quadrat zum Uranus immer wieder zu Überraschungen und Umkehrungen der Situation kommt.

 

Die ACG der Sonnenfinsternis vom 13. Juli

Bereits der für Berlin in Fig. 3 aufgezeichneten Sonnenfinsternis konnten wir entnehmen, dass in dieser Gegend der Welt mit dem Neumond am Aszendenten und Pluto am Deszendenten heftige Machtkonflikte ausgetragen werden dürften, wobei dem Ganzen mit Neptun am MC der Charakter des Unklaren, Missverständlichen und Irregeleiteten anhaftet. Der in Fig. 4 aufgezeichneten Astro*Carto*Graphy (ACG) der Sonnenfinsternis entnehmen wir, dass der Neumond auch an anderen Orten am Aszendenten und Pluto am Deszendenten steht. Diese gruppieren sich für Europa um ein Band, welches bei Oslo, Kopenhagen, Berlin, Warschau und südlich durch Rumänien, Istanbul und Jerusalem hindurchgeht. Nimmt man für Europa gar alles, was zwischen der Neptun/MC- und der Sonne/Mond–AC-Linie liegt, sind praktisch alle neuen EU-Länder aus Osteuropa von dieser Konstellation betroffen. In den USA tangieren die Sonne/Mond/Pluto-Linien die Gegend von Kalifornien (Los Angeles), in Kanada den mittleren Bereich der Seen mit Winnipeg und im östlichen Teil der Karte Japan (Tokio) und Australien, dort insbesondere Adelaide und Melbourne als Orte, durch welche Linien hindurchgehen.

Wie weiter oben angegeben, fällt unter den Konstellationen der Sonnenfinsternis noch ein weiterer kritischer Bereich auf, der mit dem rückläufigen Mars am absteigenden Mondknoten (Quadrat Uranus) zu tun hat. Dort, wo die Mars-Linien hindurchgehen, können nämlich alte Wunden aufgerissen werden und Konfrontationen stattfinden, über welche sich lange aufgestaute Energien entladen. Dabei handelt es sich in Europa um die Mars/DC-Linie, die im Norden bei Stockholm beginnt, im Weiteren nicht weit von Helsinki, Moskau und Kiew verläuft und weiter südlich durch Teheran, Isfahan und schliesslich die Vereinigten Arabischen Emirate geht. Wir stellen fest, dass viele der Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaft 2018 sich in der Nähe der durch Russland hindurchgehenden Mars-Linie befinden – eine durchaus sinnige Entsprechung für den Sport als Ausdruck des Mars-Prinzips, mit manchen Überraschungen, die wir dem Uranus-Quadrat verdanken (eine solche Konstellation favorisiert die Aussenseiter). Zu denken gibt aber auch, dass das zwischen Donald Trump und Wladimir Putin vorgesehene Gipfeltreffen, das in Helsinki am 16. Juli stattfinden soll, ebenfalls von dieser Mars-Energie geprägt wird und unweit der Kreuzung zwischen Mars/DC- und Neptun/MC-Linie stattfindet. Heiss dürfte auch der Kreuzungsbereich zwischen der Mars/DC- und der Uranus/MC-Linie sein, der für den Iran im Fokus steht.

Bei näherem Hinsehen entdecken wir aber auch, dass eine Saturn/DC-Linie durch London und Paris hindurchgeht, mit einer Venus/IC-Linie, die sich mit jener in Paris kreuzt, aber auch London tangieren dürfte. Auch unter einer solchen Konstellation kann es zu einer Regierungskrise kommen, wie derzeit in London.

In der westlichen Hemisphäre verläuft eine weitere Mars-Linie, die Mars/AC-Linie, zusammen mit Merkur/DC durch Mexiko, wo soeben ein linker Präsident, der verspricht, mit der Korruption aufzuräumen, Furore macht. Weiter nördlich gehen die Linien durch Memphis, Chicago und die Gegend der Grossen Seen.

In der nächsten Nummer von Astrologie Heute lesen Sie, wie sich die Sonnenfinsternis im Horoskop der Deutschen Einheit, Angela Merkels und Horst Seehofers manifestiert. Im Weiteren erfahren Sie, welche Entsprechungen der nächsten Sonnenfinsternis vom 11. August zugesprochen werden können und wie sich die Finsternisse der Saros-Serie 2 Nord in der Vergangenheit im Hinblick auf das Weltgeschehen manifestierten.

 


 
Claude Weiss, beschäftigt sich seit bald 50 Jahren mit Astrologie; Herausgeber der Zeitschrift ASTROLOGIE HEUTE; gründete 1978 die Astrodata AG, welche astrologische Textanalysen anbietet; Präsident des Schweizer Astrologenbundes (SAB); gefragter Referent an internationalen Kongressen. Bücher: «Warum wir uns inkarnieren - Das Geheimnis des karmischen Neumondes», «Horoskopanalyse» Band 1 und Band 2 (Band 2 ist in einer überarbeiteten und stark erweiterten Neuauflage erhältlich), «Karmische Horoskopanalyse», Band 1 und Band 2, Mitautor der Bücher «Pluto – Eros, Dämon und Transformation», «Die Lilith-Fibel», «Wendezeit 2010-2012», «Visionen einer neuen Zeit», E-Mail an Claude Weiss

 

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