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Nr. 197, 2019, Feb. / März Inhalt
 
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 E  D  I  T  O  R  I  A  L  

 

 

Nun ist ja bald Karneval. Sie wissen schon: Die Narren tanzen, die Massen werfen Konfetti in die Luft, die Köpfe erstarren in Grinsen (Wassermann). Stillere Gemüter verkleiden sich als poetische Clowns oder gehen gleich nach Venedig (Fische). Manche lassen die Sau raus, andere werden zu Helden ihrer Kinderträume. An Ersteres hielt sich die Neue Zürcher Zeitung, und ihre Narrenzeit begann schon am 28. Dezember. Wenn der Leserzuspruch ein wenig dümpelt, sind die armen Astrologen eine leichte Beute, um mal wieder so richtig eins draufzuhauen. [S. 26 ff.] Die können sich ja nicht wehren, denn sie sind und wurden erst gar nicht gefragt. Aber das Ganze bringt Klicks. Und klick machte es offensichtlich auch bei der NZZ: «Wir wissen schon lange, dass Astrologie Humbug ist.» (sic!) Doch, wie mein alter Lehrer Riedel zu sagen pflegte: «Ein wenig wissen, ist ein gefährlich Ding.»

Europa taumelt gefährlich auf den Brexit zu. Im Monat März will Grossbritannien den Austritt aus der Europäischen Union endgültig vollziehen. Schon jetzt oszilliert die politische Mimik des Landes zwischen Chaos und blankem Entsetzen. Im selben Monat wird Uranus endgültig in das Erd-Zeichen Stier wechseln. Europa war mal eine phönizische Königstochter, erzählt der griechische Mythos, und Zeus, der oberste Gott, der alles konnte und alles durfte (MeToo gab’s noch nicht), verwandelte sich in die Gestalt eines Stieres und entführte die schöne Europa. [S. 55] Der Ingress von Uranus in Stier zeigt also eine Spaltung in Europa an.

Gespalten sind nach wie vor auch die Geschlechter. Eine neuere Studie zeigt: Männer, die putzen, sterben früher! Das hat zumindest eine Brüsseler Wissenschaftlerin nach zehnjährigem Studium belegt. Nun weiss man ja, dass richtige Männer ungern putzen, aber sich gleich zu Tode grämen dabei? – Nein, Männer putzen natürlich nur, wenn sie damit Geld verdienen müssen. Und genau diese männlichen Berufsputzer haben gemäss Frau Van den Borre ein um 45 % höheres Sterberisiko als etwa Büroangestellte (Frauen nur 16 %). Fühlen sich diese Männer durch ihre Arbeit irgendwie degeneriert oder gar degradiert und gehen an Selbstzweifel ein? – Wiederum nein, die Wissenschaftlerin führt das Resultat ihrer Studie auf eine höhere Leichtsinnigkeit der Männer zurück! (Mann o Mann, wo bist du nur hingeraten – leichtsinnig, das waren früher doch immer die Frauen.) Verträumt, wie sie nun mal sind (so vermute ich), würden Männer wohl zu oft vergessen, Atemmasken und Schutzhandschuhe anzuziehen (so munkelt die Wissenschaftlerin). Die scharfe Chemie der Putzmittel, das wisse man doch!, führe zu vermehrten Krebserkrankungen und Lungenembolien. – Nun mal abgesehen davon, dass mit solchen wissenschaftlichen Studien offensichtlich mehr Unsinn bewiesen werden kann, als sich der frechste Astrologe aus den Fingern saugen könnte (vgl. oben angesprochene Medienschelte), sollten die berufsbedingt gefährdeten Putzer (aber auch alle jene Männer, die privat dem Putzen frönen und dabei keine Schutzkleidung tragen und – davor warnt Frau Van den Borre explizit – damit ihre Lebenserwartung ebenfalls radikal herunterschrauben) unbedingt diese Ausgabe von ASTROLOGIE HEUTE kaufen, denn die Lösung zur radikalen Senkung ihres letalen Berufs- wie auch Privatrisikos können sie auf der letzten Seite dieses Heftes nachlesen.

Nun ist ja bald Karneval, der sinnenfrohe Wassermann [S. 29] narrt wie wild, während die Fische träumen, vielleicht so poetisch und geheimnisvoll wie auf unserem Titelbild «Karnevalabend»? Das Jahr 2019 lässt für beides Raum, steht aber schon im Sog der umwälzenden Dreifachkonjunktion von 2020 im Steinbock-Zeichen, was Ernüchterung verspricht [S. 10 f., S. 12 ff.]. Etwas davon könnte einigen ja ganz guttun, wenn ihre Narrheiten weiter so überhandnehmen … Denn wenn die Zeichen auf Sturm stehen, wird vorher noch gerne wie wild getanzt.
 

Armando Bertozzi
Redaktor

  


Armando Bertozzi, von 1976 bis 1981 Kurse in Astrologie, Alchemie und Kabbala; 1980 bis 1988 Redaktor und Mitherausgeber von «Essentia – Zeitschrift für evolutionäre Ideen»; seit 1989 Chefredaktor von ASTROLOGIE HEUTE (E-Mail: Armando Bertozzi)

 

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