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Heftnummer 201 bestellen
 
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 E  D  I  T  O  R  I  A  L  

 

 

Die Zeit des Skorpions naht, und bald kommt die des Steinbocks. Aber noch ist es nicht so weit! Der Herbst und die Winterzeit bringen Dunkelheit und Kälte in unser Leben. Die warmen Sommerabende, das ausgelassene Sein, das Licht hoch über unseren Köpfen, der Sonne überwältigendes Lachen: alles bloss eine starke Erinnerung noch. Wir ziehen uns zurück in unsere Häuser, in die engen Stuben, machen die Lichter früh schon an, horten die Wärme, das Innenleben wird stärker. Unsere Gedanken breiten sich aus, wir sind jetzt tiefer in uns selbst, das Sein stellt uns Fragen. Eine Zeit loszulassen, sich neu auszurichten, Antworten zuzulassen: Sie kommen aus dem Dunkel der Notwendigkeit.

Pluto und Saturn herrschen über die dunklen Zeichen Skorpion und Steinbock. Beide Planeten stehen bereits jetzt nahe beieinander [S. 5] und werden sich Anfang des kommenden Jahres zu einer ihrer seltenen Konjunktionen treffen (das letzte Mal war das im November 1982). Dass dieses Treffen in Steinbock stattfindet, verstärkt die ernüchternden Energien. Und immer wenn die Menschen spüren, dass grosse Veränderungen anstehen, dass «die sieben fetten Jahre vorbei sind und die sieben mageren folgen», wenn die Wahrheit über ihr ausschweifendes, selbstgefälliges, gedankenloses Tun ans Licht zu kommen droht, reagieren sie heftig bis irrational oder panisch. Manchmal brutal. [S. 14 f.] Saturn/Pluto-Konjunktionen markieren Gezeitenwechsel im Auf und Ab der Generationen. Der Zeitpunkt der Umkehr heisst in der Seemannssprache «kentern».

Kentern ist es auch, wenn das Boot sich überschlägt und droht unterzugehen. Ein Bild für den Zustand der Welt? Radikale Umkehr tut in wichtigen Bereichen not, so lautet das einfache, weil eindeutige Resultat nach kurzem Nachdenken. Die trübe Aussicht auf eine menschenfeindliche, weil ausgesaugte und versaute Erde schon in ein paar Jahrzehnten treibt derzeit die Menschen allüberall auf die Strassen. Die Zeichen sind unübersehbar. Der Hahn kräht seine Warnung in die Dämmerung. Die Forscher heben mahnend ihre Zeigefinger, noch sind wir träge. Noch sind wir bequem, unsere sieben fetten Jahre währten siebzig, also fast ein Leben lang, die totalen Katastrophen kennen wir nur vom Hörensagen. Zum Moment der exakten Konjunktion von Saturn und Pluto wird Jupiter (Fülle, Wohlergehen, Übermass, Hybris) am absteigenden Mondknoten (Vergangenheit, zwanghaftes Verhalten, Schatten, aber auch mitgebrachte Fähigkeiten) stehen. Fehler bergen in sich immer auch eine Chance auf Besserung.

Jupiter bedeutet in der traditionellen Astrologie auch «grosses Glück». [S. 46 ff.] Vielleicht sogar unverschämtes Glück? Könnten wir gut gebrauchen … Jupiter bedeutet auch Besitz und Geld. Er wechselt bald ins Steinbock-Zeichen. Jupiter kommt nun in die Krise, in einen Fight mit Saturn und Pluto. Mit Verlusten ist zu rechnen. [S. 60 f.] Einsicht ist immer die erste Chance auf Besserung. Und wenn Kentern diesmal Umkehr bedeutet, ist es kein Scheitern.

Armando Bertozzi
Redaktor

  


Armando Bertozzi, von 1976 bis 1981 Kurse in Astrologie, Alchemie und Kabbala; 1980 bis 1988 Redaktor und Mitherausgeber von «Essentia – Zeitschrift für evolutionäre Ideen»; seit 1989 Chefredaktor von ASTROLOGIE HEUTE (E-Mail: Armando Bertozzi)

 

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