HOME ASTRODATA BÜCHER SFER
klicken Sie um das Bild zu vergrössern
Nr. 203, 2020, Feb. / März Inhalt
 
Aktuelles Heft
bestellen

 
Jahresabonnement oder Probeabonnement bestellen
 
Frühere Hefte bestellen
 
Artikel drucken
K  A  L  E  N  D  E  R

 
 
 

Mitte Februar bis Mitte April 2020

von Verena Bachmann

 

Nach dem starken Impuls für einen kollektiven und gesellschaftlichen Wandel im Januar stehen in den beiden kommenden Monaten weitere wichtige Impulse an, diesmal wohl auf einer für die meisten auch persönlich fassbaren Ebene. In vielen Bereichen werden nun die Weichen für die Entwicklungen und Prozesse des ganzen kommenden Jahres gestellt. Was sowohl auf der persönlichen Ebene wie auch im Kollektiven bis April geschieht und erlebt wird, kann daher als Initialzündung oder erstes Kapitel einer längeren Geschichte gesehen werden. Im Unterschied zu anderen Zeiten haben in den kommenden Monaten alle Langsamläufer einen Auftritt auf der Hauptbühne des Geschehens. Die durch sie in Gang gesetzten Geschichten gliedern sich in vier Entwicklungsstränge – neben klaren Unterschieden ist bei näherer Betrachtung jedoch ein gemeinsames und übergreifendes Thema zu erkennen: der Wandel von Werten, Weltbildern und damit auch von Perspektiven und Prioritäten sowie eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit männlichen und weiblichen Rollen, Haltungen und Vorgehensweisen (nicht immer geschlechtsbezogen). Es ist dabei anzunehmen, dass in dieser Zeit die vielfältigen Ausdrucksformen des Weiblichen sowie das Streben nach einer ganzheitlichen Weltsicht eine zunehmende Bedeutung erhalten dürften, während die sich am männlichen Weltbild orientierenden hierarchischen, kompetitiven, leistungs- und wachstumsorientierten Haltungen in die Defensive geraten könnten. Auch auf der individuellen Ebene dürften in diesen Monaten immer wieder Grundsatzentscheidungen über den eigenen Lebensstil, die eigene Ethik und Werte, aber auch das Verhalten in Beziehungen und Partnerschaften anstehen.

Im Einzelnen geht es zum einen um ­eine Fortsetzung der durch die Saturn/Pluto-Konjunktion im Januar (auf 22.46 Grad Steinbock) in Gang gesetzten Entwicklungen. Jupiter (16–26 Grad Steinbock) bewegt sich in dieser Zeit im Gradbereich dieser Konjunktion. Er betont ­damit den anstehenden grossen Werte­wandel, fordert dazu auf, die bisherigen Weltbilder, Überzeugungen und Glaubenssätze zu überdenken, sich zu fragen, welche davon für die sich in der Gegenwart stellenden Herausforderungen noch tauglich sind und wo eine grundsätzliche Neubeurteilung ansteht. Das Thema wird durch weitere Faktoren aktiviert: zuerst durch Venus (Ende Februar) und danach durch Mars (Mitte bis Ende März). Damit dürften Beziehungen und Partnerschaften aller Art sowie der Umgang mit Erotik und Sexualität zum Thema werden. Ernsthaftigkeit, Respekt und Verbindlichkeit könnten in diesem Zusammenhang wichtig werden, während gleichzeitig die bestehenden Rollenbilder und die damit verbundenen Macht- und Dominanzansprüche infrage gestellt werden.

klicken Sie um das Bild zu vergrössern
Vollmond
9. 2. 2020 – 7:33 GT


klicken Sie um das Bild zu vergrössern
Neumond
23. 2. 2020 – 15:32 GT


klicken Sie um das Bild zu vergrössern
Vollmond
9. 3. 2020 – 17:47 GT

klicken Sie um das Bild zu vergrössern
Neumond
24. 3. 2020 – 9:28 GT

klicken Sie um das Bild zu vergrössern
Vollmond
8. 4. 2020 – 2:35 GT

Zum anderen bewegen sich Pluto (24–25 Grad Steinbock) und ab Mitte März auch Jupiter im Quadrat zu Eris (23–24 Grad Widder). Eris (die griechische Göttin des Zankes) dürfte dafür sorgen, dass sich einige Konflikte zuspitzen und die Beteiligten sich aufgefordert sehen, eine Wahl zwischen verschiedenen Wegen zu treffen, meist ohne die langfristigen Konsequenzen ihrer Wahl zu kennen.

Saturn (26 Grad Steinbock – 1 ½ Grad Wassermann) bewegt sich in dieser Zeit erstmals in den Gradzahlen die er im Herbst wieder durchlaufen wird. Am 22. März erreicht er das Zeichen Wassermann – den Bereich, in dem Ende Jahr die Jupiter/Saturn-Konjunktion einen weiteren wichtigen Entwicklungsimpuls setzen wird. Hier geht es jetzt um Vor-Entscheidungen, darum, Klarheit in Bezug auf die eigene Position und die bestehenden Aufgaben und Verpflichtungen zu erlangen, aber auch Gewohnheiten und Traditionen daraufhin zu überprüfen, ob sie noch zeitgemäss sind. Allenfalls gilt es auch, die ­eigenen Lebensprioritäten zu überprüfen. Erfahrungen, Ereignisse und Entscheidungen in Bezug auf diese Themen haben die Qualität von ersten Schritten, oder aber sie dienen dazu, aufzuzeigen, was nicht mehr passend und stimmig ist. Die definitiven Entscheidungen und die damit verbundenen Konsequenzen stehen aber erst im Herbst/Winter an. Dannzumal beginnt ein neuer Zyklus, der die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in eine ganz neue Richtung lenken dürfte. Besonders betroffenen sind all jene mit Konstellationen Ende kardinal (Widder, Krebs, Waage, Steinbock) und anfangs fix (Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann).

Eine weitere nicht zu vernachlässigende Thematik fokussiert auf Lilith. Sie läuft seit dem 27. Januar im Zeichen Widder. Anfang Februar bildet Venus eine Konjunktion mit Lilith und setzt damit einen wichtigen Impuls in Bezug auf die Themen Weiblichkeit und Beziehungen. Lilith zeigt sich hier in der Gestalt der Kriegerin und Jägerin, die Willenskraft und Dynamik des weiblichen Prinzips wird betont. Vor allem in patriarchal orientierten Strukturen dürfte damit auch das Thema «Geschlechterkampf» wieder aktuell werden. Am 4. März erreicht Lilith die Konjunktion zu Chiron (4.10 Grad Widder). Bildlich gesprochen begegnet damit die Kriegerin dem Heiler, die starke Frau dem verletzten Mann. Auch das Bild und die Geschichte der Jeanne d’Arc können als Metapher für diese Konjunktion dienen. In deren problematischen Entsprechungen versucht das Männliche, das Machtvoll-Weibliche mit Gewalt zu unterdrücken, eine Hexenjagd startet und die entsprechende «Jeanne d’Arc» wird «auf dem Scheiterhaufen verbrannt», im Gegenzug «opfert» oder «kastriert» das Kriegerisch-Weibliche auf ihrem Feldzug für Gerechtigkeit das Männliche. Es bietet sich in diesem Zyklus aber auch die Möglichkeit, alte Wunden zu heilen und Versöhnung zu finden. Dann kann der weitere Weg ­gemeinsam beschritten, die vorhandenen Kräfte gebündelt werden und ein enormes schöpferisches Potenzial entstehen. Da ab Ende Juni der Planet Mars in Widder läuft, dort rückläufig wird und mehrere Konjunktionen mit Lilith bilden wird, ist anzunehmen, dass auch in diesen Belangen die Geschehnisse im Februar/März als eine Initialzündung für die im weiteren Verlaufe des Jahres anstehenden Entwicklungen wirken.

Etwas weniger prominent, aber trotzdem nicht ganz unwichtig sind die Auftritte von Neptun und Uranus. Neptun (17 ½ – 19 ½ Grad Fische) bewegt sich in dieser Zeit zunächst in einem Bereich, den er bereits einmal im vergangenen Frühsommer erreicht hatte. Die Konjunktion mit der Sonne vom 8. März (18.22 Grad) setzt ebenfalls einen Impuls für die weiteren Entwicklungen. Er fordert dazu auf, neue ganzheitliche Visionen für die Welt zu entwickeln. Uranus (3 – 6 Grad Stier) bewegt sich in dieser Zeit zum dritten und letzten Mal im Gradbereich, den er im Sommer 2019 aktivierte. Die Konjunktion mit Venus am 8. März (gleichentags wie die Sonne/Neptun-Konjunktion) dürfte vor allem in Bezug auf den Umgang mit Werten (Finanzen, Immobilien, Kunst) oder generell mit Besitz einen wichtigen Impuls setzen. Ereignisse und Erfahrungen in dieser Zeit können zum Umdenken auffordern. Es ist aber auch möglich, dass die Haltung gegenüber Nahrung und anderen natürlichen Ressourcen sich deutlich verändert.

Zeitlicher Ablauf: In der ersten Februarwoche dürften die Lilith- und Chiron-Themen im Vordergrund stehen. Am 9. Februar findet parallel zur Venus/Lilith-Konjunktion ein Vollmond statt (auf 20 Grad Löwe/Wassermann). Am 10. Februar erreicht Venus dann die Konjunktion mit Chiron. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob es möglich ist, sich in Beziehungen neu zu begegnen und eine neue partnerschaftliche Haltung sowohl gegenüber vermeintlich Schwächeren wie auch gegenüber jenen, die als dominant und machtvoll erlebt werden, zu finden. Alte Verletzungen und Kränkungen, bestehende Empfindsamkeiten dürften dabei eine ebenso wichtige Rolle spielen wie eine Tendenz, sich selbst und die eigenen Ansprüche über die von anderen zu stellen und sich wenn nötig mittels Kampf und Gewalt das zu nehmen, was als einem rechtmässig zustehend angesehen wird. Im besten Fall gelingen eine Versöhnung und ein Neustart. Es könnten jedoch Ereignisse und Erfahrungen in dieser Zeit auch einen grundsätzlichen Wandel einleiten. Da sowohl die Venus der Schweiz wie auch jene der USA direkt angesprochen werden, ist anzunehmen, dass dann in diesen Ländern diesbezüglich wichtige Prozesse laufen. Merkur befindet sich in dieser Zeit bereits im Bereich seiner späteren Rückläufigkeit: Es ist davon auszugehen, dass die in dieser Zeit stattfindenden Gespräche und Verhandlungen sich bis Mitte März hinziehen dürften.

Am 17. Februar erreicht Merkur auf 12 Grad Fische seine Station zur Rückläufigkeit (bis 10. März). In den Tagen bis zum Neumond vom 23. Februar (4 Grad Fische) bilden am 20. Februar Jupiter ein Sextil zu Neptun und am 21. Februar Mars ein Quadrat zu Chiron und ein Trigon zu Uranus (3.30 Grad). In diesen Tagen wäre es möglich, konstruktive Gespräche zu alten Geschichten und offenen Fragen zu führen und unkonventionelle Lösungen und Wege als Ausweg für bisher festgefahrene Verhandlungen zu finden. Heikel wird es da, wo die alten Wunden und Verletzungen zu einer Verhärtung führen, wo Anschuldigungen und Vorwürfe die durchaus vorhandenen Möglichkeiten zu einer Verständigung und Versöhnung verhindern.

Mit dem Neumond vom 23. Februar beginnt dann die intensivste Phase in Bezug auf den laufenden Wertewandel. Venus bildet an diesem Tag ein Quadrat zu Jupiter und bewegt sich danach im Quadrat zu Pluto (28. Februar) und zu Saturn (3. März) und aktiviert auch die das Jahr 2020 prägende Dreifachkonjunktion (Jupiter/Saturn/Pluto). Es ist durchaus denkbar, dass in Beziehungen und Partnerschaften aller Art in dieser Zeit wichtige Entscheidungen fallen, eine Wahl getroffen und die Weichen gestellt werden. Oft dürfte es dabei um die Frage von Ansprüchen und Erwartungen, von Dominanz und Kontrolle gehen. Die Konjunktion von Chiron und Lilith am 4. März bildet in diesen Prozessen einen vorläufigen Abschluss, setzt aber auch gleichzeitig einen neuen Impuls. Im besten Fall beginnt danach eine Zeit der Versöhnung und der Verständigung auf einer neuen Ebene.

Am 8. März erreichen die Sonne ihre Konjunktion zu Neptun und die Venus ihre zu Uranus. Der Vollmond vom 9. März (19.37 Grad Jungfrau/Fische) beleuchtet diese Situation und zeigt auch das vorhandene Potenzial auf. Da, wo es möglich ist, diese Chance zu nutzen und unvoreingenommen und pragmatisch gangbare neue Wege zu erkunden, können in den Tagen nach der Station von Merkur zur Direktläufigkeit vom 10. März konstruktive weiterführende und abschliessende Gespräche geführt werden.

Die Tagundnachtgleiche vom 20. März wird von einer Mars/Jupiter-Konjunktion begleitet. Sie setzt einen machtvollen Impuls, sorgt für einen Themenwechsel und den Start einer neuen Entwicklung. Am 22. März wechselt Saturn in Wassermann, am 23. März erreicht Mars die Konjunktion zu Pluto. Entsprechend dürfte in dieser Zeit der Fokus ganz auf den Themen Macht, Dominanz, Kontrolle und Autorität liegen, auf der Frage, wer sich wofür einsetzt und kämpft bzw. mit welchen Begründungen und Rechtfertigungen gegen andere durchsetzt. Es ist gut möglich, dass in dieser Zeit parallel ganz unterschiedliche Prozesse laufen. Alte Autoritäts- und Machtregimes dürften versuchen, ihre Position zu verteidigen, zu halten oder neu zu installieren. Gleichzeitig sind aber auch starke Impulse durch neue Bewegungen und Kräfte möglich, die das Wohl der Gemeinschaft, der Welt, des Ganzen im Auge haben.

Mit dem Neumond vom 24. März in Konjunktion zu Chiron und Lilith (genau am 25. und 26. März) und der Mars-Konjunktion zu Saturn am 31. März erreichen die laufenden Prozesse eine weitere wichtige Phase. Im besten Fall gewinnen die Kräfte des Neuen ab diesem Zeitpunkt (vorerst) die Oberhand. Am 4. April erreicht Merkur den Neptun, am 5. April Jupiter die erste Konjunktion zu Pluto und am 7. April Mars das Quadrat zu Uranus. Damit dürften in den ersten Tagen des April die geschilderten, für den Rest des Jahres weichenstellenden Prozesse einen weiteren Höhepunkt, aber auch vorläufigen Abschluss finden. Auf dem, was bis zu diesem Zeitpunkt geschieht, erlebt und getan wird, bauen die weiteren Schritte und Entwicklungen auf.


Hinweis: In diesem «Kalender» nicht explizit erwähnte Konstellationen wurden entweder in der Deutung berücksichtigt oder werden im «Wochenkalender» von Verena Bachmann auf www.astrodata.com aufgegriffen, wo die laufenden Konstellationen für die jeweils kommende Woche detailliert beschrieben sind.


Verena Bachmann, pädagogische Ausbildung; seit 1982 astrologische Beratungspraxis in CH-Zürich; Aus- und Weiterbildung in humanistischer Psychologie (Psychosynthese und Gestaltarbeit); Leiterin der Schule für Erwachsene (SFER); ständige Mitarbeiterin von ASTROLOGIE HEUTE; internationale Vortragstätigkeit; Bücher: «Mondknoten. Lebensweg und Entwicklung im Geburtshoroskop» (2008/2012); «Die Macht des Weiblichen. Astrologische Symbolik im Spiegel des Wandels» (2011); «Visionen einer neuen Zeit» (2010, Mitautorin); «Die Chiron-Fibel. Brückenbauer zwischen Geist und Materie» (2009); «Pluto – Eros, Dämon und Transformation» (1989, Mitautorin); E-Mail: Verena Bachmann

 

zurück